AABERkadabra #4 mit Alexander Dückminor – raus aus der Komfortzone

Alexander Dueckminor studierte in London Grafikdesign und Film und realisiert seitdem interdisziplinäre Kunstprojekte mit Fokus auf Installation, Skulptur, Malerei und Videokunst.

Der gebürtige Münchner begreift sein künstlerisches Schaffen als Mittel zur eigenen kreativen Entfaltung und sucht so die persönliche Herausforderung, mit jedem Projekt neue Wege zu beschreiten. Sein Ziel ist, durch das Erlernen neuer Techniken, Stile und Perspektiven, eine Weiterentwicklung zu provozieren, die es Ihm ermöglicht, die eigenen Grenzen zu überschreiten.

AABERkadabra #4: Alexander Dückminor über Musikvideos, Kunst und Dystopien…

Der AABER AWARD zeichnet seit 2011 junge Künstler aus allen Bereichen der bildenden und darstellenden Kunst aus. Dieses Jahr findet er Ende Mai in München statt. Bis dahin wollen wir euch in Kooperation mit ZeitJung.de in der Reihe „AABERkadabra“ in unregelmäßigen Abständen Künstler vorstellen, die sich im Dunstkreis des AABER bewegen – 10 Fragen, 10 Antworten und eine Reihe signifikanter Bilder…

Heute mit Alexander Dückminor.

1. Was ist das Letzte, das du aufgeschrieben hast?

Ich führe einige Scrapbooks zu verschiedenen Projekten. Das Letzte, das ich aufgeschrieben habe, waren Notizen zu Irideszenz und Biolumineszenz.

2. Kannst du den Entstehungsprozess deiner Arbeiten beschreiben?

Jedes Projekt beginnt mit monatelangem Research. Sobald ich genügend Quellen, Inspiration, Material und Ideen gesammelt habe, beginne ich zu experimentieren und verschiedene Techniken und Prozesse zu testen. Es ist mir sehr wichtig, Entwicklung zuzulassen.

Wenn man keine Angst davor hat, Fehler zu machen, sondern sie als wichtigen Teil des Lernprozesses versteht, verlässt man die eigene Komfortzone, beginnt Risiken einzugehen, erforscht neue Wege des Arbeitens und überschreitet letztendlich die eigenen Grenzen.

Diese Herangehensweise hat mich und meine Arbeiten in den letzten Jahren maßgeblich beeinflusst und weiterentwickelt. Sollte mich jemals der Mut verlassen Neues auszuprobieren, werde ich auch aufhören Kunst zu machen.

Columbus – Lovemachine from The Crystal Beach on Vimeo.

3. Was hat dich zuletzt überrascht und in Staunen versetzt?

Tokyo.

4. An welchen Orten bist du am kreativsten, an welchen Orten arbeitest du?

Ich arbeite entweder von zu Hause aus am PC, oder in Münchner Post-production Büros.

Der Ort an dem ich aber wahrscheinlich am kreativsten wäre, wäre wohl eine abgelegene Halle oder ein großes Atelier :)

 

5. Wie würdest du den Kreis der Menschen beschreiben, mit denen du dich tagtäglich umgibst, die dich prägen?    

Als einen bunten Querschnitt durch alle sozialen Milieus.

6. Möchtest du mit deinen Arbeiten eine konkrete Aussage treffen?

Ein breites Spektrum an Themen, Entwicklungen und Aussagen ist mir persönlich wichtiger, als mich in meinen Arbeiten zu wiederholen oder durch eine einzige Aussage zu limitieren.

Rückblickend scheinen jedoch bestimmte Züge dystopischer Literatur immer wieder Ihren Weg in meine Arbeiten zu finden.

Das Konzept der Dystopie ist deshalb so interessant für mich, weil es üblicherweise unterschwellig warnend, auf zukünftige Konsequenzen unseres gegenwärtigen Verhaltens, hinweist.

Soziale Kontrollsysteme und die Abwesenheit individueller Freiheit illustrieren oft einen repressiven Zustand, der zwar von der Masse weitestgehend akzeptiert wird, jedoch für manche Individuen einen Konflikt darstellt.

Das Konzept ist eng mit Rebellion verbunden und erzeugt daher starke Bilder. Es scheint mir ein geeigneter Hintergrund für Arbeiten zu sein, die sich kritisch mit Religion, Psychologie, Politik und Ökologie auseinandersetzen.

7. Was planst du als nächstes?

Nachdem mein Mitwirken an einem 2013 erscheinenden Kinofilm beendet ist, werde ich mir ein paar Monate frei nehmen, um mein bisher aufwendigstes Musikvideo zu realisieren.

Es gibt nichts geileres, als in der Position zu sein, das tun zu können, was man liebt. Daher hoffe ich, in Zukunft noch viele Musikvideos drehen zu können :)

8. Wovon träumst du?

Mit Menschen zu kollaborieren, die ich bewundere.

Columbus – Hubble from The Crystal Beach on Vimeo.

9. Wann und wie hast du dich entschieden, nichts klassisch „Vernünftiges“ zu machen sondern den Weg des Künstlers einzuschlagen?

So lange ich denken kann habe ich mich auf irgend eine Form kreativ ausgelebt. Ich habe schon im Kindergarten besonders gerne und viel gezeichnet und das auch meine gesamte Schullaufbahn über vorangetrieben.

Ich hatte das große Glück, von vielen Lehrern in kreativen Bereichen gefördert zu werden.

Grafikdesign zu studieren war daraufhin sozusagen der nächste logische Schritt und da ich auch schon immer Musik gemacht habe und mich stark für Fotografie interessierte, war der Master im Bereich Moving Image die perfekte Möglichkeit, nahezu all meine Interessensgebiete zu vereinen.

Es war mir also schon immer irgendwie klar, dass ich Kunst machen würde – ob nur so zum Spass, im Beruf oder als Berufung.

10. Welche Platte, welches Buch, welcher Film haben dich am stärksten geprägt?

Schwer sich da festzulegen, aber zu meinen top Favoriten zählen auf jeden Fall: Platten: Brian Bennett – Voyage / Nick Drake – Pink Moon. Bücher: Schöne neue Welt(Huxley) / Siddhartha(Hesse). Filme: Apokalypse Now(Coppola) / Christiane F.(Uli Edel)
Klickt euch oben durch drei flashige Bilderserien von Alexander Dückminor…

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